St. Pankratius Odenthal
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Willkommen!


Liebe Pfarrangehörige, liebe Gäste!

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni, d.h. genau sechs Monate vor Weihnachten, gefeiert wird? Beim genaueren Hinschauen fällt dann auch auf, dass die Verkündigung der Geburt Johannes des Täufers am 23. September und die Verkündigung der Geburt Jesu Christi am 25. März gefeiert wird. Zwischen Verkündigung und Geburt liegen jeweils neun Monate.

Alle vier Feste sind datumsmäßig jeweils an die entsprechenden Sonnenwenden gelegt. Die Positionierung dieser vier Feste im Kalender folgt einer theologischen Deutung: Johannes ist der letzte Prophet des „Alten Bundes“, Jesus von Nazareth der Verkünder des „Neuen Bundes“ oder vielleicht besser „erneuerten Bundes“, denn der Bund Gottes mit den Menschen wurde von diesem niemals aufgekündigt.

Die Geburt Jesu zur Wintersonnenwende und die Geburt Johannes zur Sommersonnenwende. Die Verkündigung der Geburten zur Tag-und-Nachtgleiche im Frühjahr und im Herbst. Mit Jesus kommt das Licht in unsere Welt, mit Johannes, dessen Merkmal die Taufe ist, beginnt die Umkehr, das „Alte“ macht sich auf den Weg zum „Neuen“. Das „Neue“ löst das „Alte“ nicht einfach ab, beide Seiten gehören zum „Neuen Bund“ Gottes mit den Menschen.

Vielleicht kann uns diese aus alter Zeit entstandene Konstellation auch heute inspirieren. Es geht bei der Entwicklung in die Zukunft hinein nicht darum, das Alte einfach zu entsorgen und ganz Neues zu erschaffen. Das Alte ist die Grundlage aus der heraus sich das Neue entwickelt. Der innere Kern, im Blick auf unseren Glauben die frohe Botschaft von Gottes Liebe zu den Menschen, bleibt unveränderlich, so wie unsere Erde sich Jahr für Jahr um die Sonne dreht. Die äußeren Formen können sich wandeln.

Martin Werlen, der ehemalige Abt des Klosters Einsiedeln, differenziert „die Tradition“, die innere Botschaft unseres Glaubens, von „den Traditionen“, den äußeren Ausdrucksformen. Die Tradition ist unveränderlich, während die Traditionen sich im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder gewandelt haben und weiter wandeln müssen, damit der Kern lebendig bleibt.

Eine gute Woche wünscht Ihnen/Euch,

Ihr/Euer Pastoralreferent
Christoph Schmitz-Hübsch