St. Pankratius Odenthal
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Wort zur Woche


Gott trifft Jesaja

Jesaja ist einer der großen Propheten des Alten Testamentes. „Prophet“ – das ist ja kein Beruf, den ich mir aussuche. Solche Propheten gab es in Israel auch, selbst ernannte Propheten, doch die sprachen nicht im Auftrag Gottes.

Die Propheten – wie Jesaja – die im Auftrag Gottes zu den Menschen redeten, die waren vorher Gott begegnet – nicht immer aus freien Stücken. Doch Gott trifft sie und Gott beruft sie.

Außergewöhnliche Begegnungen müssen das gewesen sein, über welche die Bibel sehr bildreich berichtet. Beim Propheten Jesaja zum Beispiel in Kapitel 6, in den Versen 5-8. Jesaja reagiert zunächst – wie viele andere Propheten auch – ablehnend auf die Berufung Gottes: „Weh mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann unreiner Lippen bin ich und mitten in einem Volk unreiner Lippen wohne ich, denn den König, den HERRN der Heerscharen, haben meine Augen gesehen.“ Darauf kommt ein Serafim, ein Bote Gottes, und berührt Jesajas Lippen mit einer glühenden Kohle. Die Berufung zum Propheten muss ein einschneidendes, sich einbrennendes Ereignis gewesen sein.

Warum zunächst die Ablehnung vieler Propheten gegen ihre Berufung? Einmal weil sie sich nicht würdig fühlten, doch wen Gott beruft, der ist auch würdig – auch heute. Und zweitens, weil das Prophetenamt gefährlich war: Die Botschaft Gottes trifft nicht immer auf Gegenliebe; wer die Menschen im Namen Gottes ermahnt und warnt, macht sich nicht nur Freunde – auch heute nicht. Sie oder er kann sich – bildlich gesprochen – mit ihren oder seinen Reden den Mund verbrennen.

Weizen und Unkraut in mir

Die Gleichnisse Jesu zeichnen manchmal ein wenig holzschnittartig. Da gibt es Weizen und Unkraut.

Vielleicht kann man die beiden zunächst nicht unterscheiden, doch später bei der Ernte schon. Und beides wird klar voneinander getrennt.

Ich glaube, bei mir – vielleicht auch bei Ihnen? – ist es oft nicht so klar: In mir ist Weizen und Unkraut, guter und böser Samen.

Ich bringe nicht nur gute Früchte. Das Unkraut gehört auch zu mir. Und wie wird es dann am Ende sein?

Ich darf auf Gottes Güte hoffen.

Jesus hat Mitleid mit den Menschen, die müde und erschöpft sind

Jesus hat Mitleid mit den Menschen, die müde und erschöpft sind. Das ist kein oberflächlich-rührseliges Mitgefühl. Der griechische Text gibt den Hinweis, dass es Jesus „bis in die Gedärme hinein“ berührt hat, die Menschen um ihn so zu erleben.

Oder um es ein bisschen flapsig zu auszudrücken: In Anbetracht der ausgepowerten Situation derer, die Jesus angetroffen hat, hat es ihm den Magen umgedreht. Daraufhin beruft Jesus zwölf Menschen mit Namen und Geschichte und Geschichten, schickt sie, um in seinem Namen zu den Menschen zu gehen und sehr konkret und erfahrbar Gutes zu tun.

Durch die Freunde Jesu sollen die Menschen einen Unterschied zum Bestehenden erleben können. Sie sollen heiler, reiner, wacher, gesünder werden. Sie sollen wieder Hoffnung erleben können. Und Jesus trägt seinen Freunden auf, nicht nur zu handeln, sondern den Menschen auch zu erzählen, worum es bei all dem geht: um das Reich Gottes, oder anders gesagt, um Gottes neue Welt.

Mein Eindruck ist, dass viele Menschen auch heute unendlich müde und erschöpft und ausgebrannt sind. Manches Mal frage ich mich, was vielen Menschen heute fehlt, oder anders gesagt, was ihnen Richtung und Ziel geben könnte. Als glaubender Mensch glaube ich, dass es erstens einmal gut ist, mich selber von Jesu Berührtsein
berühren zu lassen. Zweitens, mich so wie seine Freunde von ihm zu den Menschen schicken zu lassen. Und drittens, mit seiner Hilfe den Horizont meines Lebens größer zu spannen und an seine neue Welt zu glauben.

Christine Rod MC


Dreifaltigkeitssonntag

Wenn du also den Leib Christi verstehen willst, höre den Apostel, der den Gläubigen sagt: „Ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.“ (1 Korinther 12,27) Wenn ihr also Leib und Glieder Christi seid, dann ist das, was auf dem Tisch des Herrn liegt, euer eigenes Geheimnis. Das, was ihr empfangt, ist euer eigenes Geheimnis. Zu dem, was ihr seid, antwortet: Amen. Diese Antwort ist eure Unterschrift. Du hörst: Leib Christi, und du antwortest: Amen. Sei ein Glied am Leib Christi, damit dein Amen wahr sei. Seid, was ihr seht, und empfangt, was ihr seid – der Leib Christi!

Augustinus, in einer Osterpredigt für die Neugetauften (Sermo 272)

Christi Himmelfahrt

Das Fest Christi Himmelfahrt erweitert uns den Horizont und erinnert uns daran, dass es mehr gibt als das, was wir unmittelbar sehen.

Dabei nicht die Bodenhaftung im Leben zu verlieren, dazu mahnt die Apostelgeschichte:

„Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“,

fragen die zwei Männer in weißen Gewändern die Jünger (1,11a). Als Christ bin ich also kein „Hans guck in die Luft“, der nicht wahrnehmen will, was an Herausforderungen vor seinen Füßen liegt, nur weil er von besseren Zeiten träumt.

Ganz im Gegenteil. Als Christ bin ich ein Mensch, der mit beiden Beinen im Leben steht, weil ich weiß, dass der Himmel und damit das Göttliche nicht irgendwo über mir zu suchen ist, sondern in mir selbst.

Jesus und Thomas

Jesus und Thomas

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei.

Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände!
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

Johannes 20,26-28


Ostern

Im Garten am Ostermorgen sucht der Mensch den verlorenen Gott – und findet ihn. Maria möchte ihn festhalten. Ende gut, alles gut! Doch der Gesuchte – Jesus, der Auferstandene – wehrt Maria ab! „Halte mich nicht fest!“, und: „Geh!“, sagt Jesus. Er stellt Maria wieder auf die Füße und schickt sie fort. Geh! Und auch er selbst ist im Begriff zu gehen – „zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“. Maria lässt sich ohne Widerworte fortschicken, sie tut, was Jesus ihr sagt. Sie hat verstanden, was Auferstehung bedeutet.

Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!

Verfasser: Johannes Hartl